Samuel Fosso

Biographie

Kamerun, geb. 1962; lebt und arbeitet in Bangui und Paris

Details

1975 eröffnete Samuel Fosso im Alter von dreizehn Jahren sein eigenes Fotoatelier in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Tagsüber produzierte er Bilder für zahlende Kunden, abends richtete er – um die Filmrollen vollzuknipsen – die Kamera auf sich selbst und begann ausdrucksstarke Selbstporträts zu entwerfen. Fossos Werk aus den 1970ern, das sich auf populäre westafrikanische Musiker und die neueste Jugendmode bezieht, thematisiert unterschiedliche Ausprägungen afrikanischer Identität. In seinen frühen Fotografien experimentiert er mit Kleidung, Pose und Beleuchtung und entwickelt instinktiv Bilder, die im Widerspruch zu ethnographischen Zerrbildern Afrikas und auch den kommerziellen Gesetzen der Studio-Porträtfotografie stehen. In späteren Serien, vor allem „African Spirits“, baut Fosso diesen Impuls seiner ersten Selbstporträts weiter aus und re-inszeniert historisches Bildmaterial aus Zeitschriften und Zeitungen. „African Spirits“ besteht aus Porträts von Fosso in der Pose von Ikonen der panafrikanischen Befreiungsbewegung, darunter Martin Luther King Jr., Patrice Lumumba, Malcolm X, Kwame Nkrumah und Muhammad Ali. Diese hoch theatralischen, oft täuschend echten Verkörperungen würdigen die historischen Figuren für ihren Kampf um Bürgerrechte und die postkoloniale Unabhängigkeit und weisen zugleich darauf hin, dass deren meisterhafte mediale Selbststilisierung dazu beitrug, politische Ideale zu prägen und zu stärken. „African Spirits“, sagt Fosso, „ist eine Hommage an die Führungsfiguren, die versuchten, uns zu befreien und uns unsere Würde als Afrikaner und Schwarze wiederzugeben.“

Artworks by Samuel Fosso

Diese Website verwendet Cookies. Mit dem Besuch der Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen.