Imagining Everyday Life
Symposium zu vernakularer Fotografie

19.10.2018 - 20.10.2018

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Neben einer Videodokumentation der gesamten Tagung ist das Programmheft ebenso online verfügbar.

Am 19. und 20. Oktober 2018 veranstalteten The Walther Collection, The Center for the Study of Social Difference der Columbia University und The Barnard Center for Research on Women Imagining Everyday Life: Engagements with Vernacular Photography - ein Symposium im Lenfest Center for the Arts an der Columbia University, organisiert von Tina Campt, Marianne Hirsch und Brian Wallis. Die Tagung war kostenlos öffentlich zugänglich und bestand aus vier Panels, die sich über zwei Tage erstreckten: am Freitag, den 19. Oktober, von 17:00 bis 19:30 Uhr, gefolgt von einer ganztägigen Sitzung von 10:30 bis 18:30 Uhr am Samstag, den 20. Oktober.

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Martina Bacigalupo, Gulu Real Art Studio, 2011–12

Ziel des Symposium war es, die Bedeutung oft übersehener Praktiken nicht-künstlerischer Fotografie zu untersuchen und ihre sozialhistorischen Hintergründe nachzuzeichnen, um schließlich die vielfältigen Definitionen der vernakularen Fotografie kritisch zu hinterfragen und eventuell zu aktualisieren. Vertreter unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen referierten über fotografische Objekte und Bilder aus Alltagskontexten und stellten neue Ansätze vor, um Erkenntnisse über die Wechselwirkungen von Fotografie, politischen Strömungen, sozialen Werten und Normen sowie privaten Alltagsritualen zu gewinnen. Während solche Bilder stereotype Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und Rasse reproduzieren und damit verknüpfte Ideologien stärken und verbreiten können, besitzen sie zeitgleich das Potential, als Medien des sozialen Widerstands und der gesellschaftlichen Transformation zu wirken.

Programm

The Lenfest Center for the Arts at Columbia University, New York
Katharina Otto-Bernstein Screening Room, 6. Stock

17:10 Uhr

Begrüßung und Einführung
Artur Walther The Walther Collection

17:30 Uhr

Why Vernacular Photography? The Limits and Possibilities of a Field

Was definiert Fotografie als vernakular und was nicht? Kann eine kritische Untersuchung von Fotografien, die in Alltagskontexten entstanden und häufig in Serien oder Typologien gruppiert sind, neue Einblicke in die Konzeption von Familiengeschichten, persönlicher Identität, politischer Gemeinschaft und sozialem Umfeld eröffnen?

Panel 1: Begrüßung und Vorstellung der Redner

Brian Wallis The Walther Collection (Moderation)
Ariella Azoulay
Brown University
Geoffrey Batchen University of Wellington
Clément Chéroux San Francisco Museum of Modern Art
Patricia Hayes University of Western Cape

Hier geht's zur Diskussion und Fragerunde.

10:30 Uhr

Troubling Portraiture: Photographic Portraits and The Shadow Archive

Standardisierte Identifikationsbilder dienen seit langem dazu, Bürger nach Beruf, sozialer Gruppe, Körpertyp oder politischer Zugehörigkeit zu sortieren, zu kategorisieren, zu unterscheiden und zu trennen. Welche Parallelen gibt es zwischen solchen Aufnahmen, die Teil von Führerscheinen, Pässen und Personalausweisen sind und den Darstellungskonventionen traditioneller Porträts?

Panel 2: Troubling Portraiture

Tina Campt Barnard College (Moderation)
Nicole Fleetwood Rutgers University
Lily Cho York University
Ali Behdad University of California, Los Angeles
Laura Wexler Yale University

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14:00 Uhr

Performance and Transformation: Photographic (Re)visions of Subjectivity

Private Fotografien manipulieren und unterwandern häufig die Konventionen des klassischen Porträts, um sich verändernde Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität sowie Rasse und Ethnizität zu erkunden. Wie beeinflussen solche Bilder die kulturellen Faktoren, die individuelle und kollektiven Subjektivität prägen, und wie hinterfragen sie die Vorstellung eines authentischen Selbst?

Panel 3: Performance and Transformation

Gil Hochberg Columbia University (Moderation)
Shawn Michelle Smith Art Institute of Chicago
Sophie Hackett Art Gallery of Ontario, Toronto
Elspeth Brown University of Toronto
Leigh Raiford University of California, Berkeley

Hier geht's zur Diskussion und Fragerunde.

16:30 Uhr

Space, Materiality, and the Social Worlds of the Photograph

Ein wichtiges Element der Bildsprache und Darstellung in der vernakularen Fotografie ist ihre Materialität – die physischen und haptischen Eigenschaften des Objekts. Wie beeinflusste die Art der Beschaffenheit des Objekts die Betrachtung, Rezeption und Zirkulation solcher Bilder sowie ihre Repräsentation im öffentlichen Raum?

Panel 4: Space, Materiality, and the Social Worlds of the Photograph

Marianne Hirsch Columbia University (Moderation)
Drew Thompson Bard College
Thy Phu Western University
Barbara Kirshenblatt-Gimblett New York University
Deborah Willis New York University

Hier geht's zur Diskussion und Fragerunde.

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Das Symposium ist Teil von "Imagining Everyday Life: Aspects of Vernacular Photography", einer mehrjährigen Ausstellungsreihe von The Walther Collection, die sich mit der Geschichte der vernakularen Fotografie beschäftigt – mit Bildern, die in erster Linie für kommerzielle oder private Zwecke und weniger im Zusammenhang mit einer ästhetischen Konzeption entstanden sind. "Imagining Everyday Life" untersucht die vielfältigen Gebrauchsweisen sowie die gesellschaftliche und historische Bedeutung dieser nicht-künstlerischen Fotografie. Das dazugehörige Programm umfasst fünf Themenausstellungen, darunter The Shadow Archive, Mistaken Identities und Scrapbook Love Story, welche aktuell noch bis 26. Januar 2019 im Project Space in New York gezeigt wird, und endet 2020 in einer groß angelegten, von Brian Wallis kuratierten Ausstellung in dem sammlungseigenen Museum von The Walther Collection in Neu-Ulm, zu der auch ein umfassender, gemeinsam mit dem Steidl Verlag herausgegebener Katalog erscheinen wird.

Imagining Everyday Life: Engagements with Vernacular Photography wurde großzügig unterstützt von:

The Walther Collection
Center for the Study of Social Difference
| Columbia University
Society of Fellows in the Humanities
and The Heyman Center for Humanities | Columbia University
Department of Art History and Archaeology
| Columbia University
Institute for Research in African-American Studies
| Columbia University
Institute for African Studies
| Columbia University
Barnard Center for Research on Women
| Barnard College
Andrew and Marina Lewin Family Foundation

Documentary Arts, Inc

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